Pädagogische Schwerpunkte
Das Sechs-Komponenten-Modell
Wir setzen unsere Erziehungs- und Bildungsarbeit nach einem von uns selbst entwickelten Modell, dem Sechs-Komponenten-Modell, um.
Die sechs gleichwertigen und gleich wichtigen Komponenten, nach denen wir unsere konzeptionelle und praktische Arbeit ausrichten und die in einem engen Bezug zueinander stehen, sind:
- Das Konzept der Kita
- Die Erzieherinnen und Erzieher
- Die Anlagen des Kindes
- Die Peergroups des Kindes in der Kita und zu Hause
- Die Eltern
- Die soziale Umwelt der Familie
Das Sechs-Komponenten-Modell ist für uns in unserer pädagogischen Arbeit ein effizientes Hilfsmittel zur Situationsanalyse, Zielfindung, Handlungsplanung und Evaluation.
Für das AWO Familienzentrum „Kita MITTENDRIN“ haben sich aufgrund seiner räumlichen Lage und ihrer Zielgruppe im Laufe der letzten Jahre individuelle Schwerpunkte in der praktischen Arbeit ergeben.
Interkulturelle Öffnung – Demokratie Leben
Der Begriff „Interkulturelle Öffnung“ hat für uns eine handlungsweisende Funktion in allen pädagogischen Bereichen.
Unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen kommen in unserer Kita. Sie unterscheiden sich auch in ihren Kommunikationsformen, Interessen und in ihren Orientierungssystemen, z. B. geschlechtsspezifisch, religiös, generationsspezifisch, schichtspezifisch. Interkulturelle Orientierung zielt auf Anerkennung von Unterschiedlichkeiten und Toleranz im Umgang miteinander.
Interkulturelle Öffnung stellt für uns Partizipation und Empowerment in den Mittelpunkt. Sie zielt einerseits auf die Integration unterschiedlicher Gruppen und Individuen ab; gleichzeitig bedeutet Interkulturelle Öffnung, sich für soziale Gerechtigkeit und gleiche Partizipationschancen in unserer Gesellschaft einzusetzen und Selbstbestimmung und Selbstorganisation zu unterstützen. Dies gilt jedoch in unseren Augen gleichermaßen für alle Menschen, unabhängig davon ob ein Migrationshintergrund besteht oder nicht.
Sprachförderung
Die Sprachförderung ist ein elementarer Schwerpunkt unserer ganzheitlichen pädagogischen Arbeit.
Wir unterscheiden zwischen Erstspracherwerb und frühem Fremdspracherwerb und bieten Förderung für Kinder mit Deutsch als Muttersprache, für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache und für Kinder mit Deutsch als Fremdsprache.
Eingebettet in unsere alltägliche Sprachförderung führen wir individuell in Kleingruppen mehrmals in der Woche das Kon–Lab Sprachförderprogramm von Prof. Zvi Penner durch. Dieses Programm wird bereits bei unseren Dreijährigen eingesetzt und wird bei Bedarf bis zur Einschulung fortgeführt. Auch der Computer wird zur Sprachförderung eingesetzt.
Kinder mit Sprachdefiziten werden von einer Sprachheiltherapeutin und einer Logopädin individuell gefördert. Die Eltern erfahren zum Thema Sprachförderung in unserer Einrichtung intensive Beratung und Begleitung. Deutsch ist in der Einrichtung die Sprache, in der wir uns alle miteinander verständigen. Unser Bildungsauftrag beinhaltet die Vorbereitung jedes einzelnen Kindes zur Einschulung. Dazu gehört als Voraussetzungskompetenz die deutsche Sprache.
Unsere Raumgestaltung und Materialien ermöglichen den Kindern einen spielerischen Zugang zur Schriftsprache. Den Kindern und Eltern Freude an Büchern und am Lesen und Vorlesen zu vermitteln, ist ein weiteres Ziel für uns. Methodisch setzen wir hierzu unsere hauseigene Bibliothek, das Vorleseprojekt „Bücherwurm“ und unsere „Buchapotheke“ ein.
Diagnostik, Förderung und Therapie in der Sprachförderung
- zweimal jährlich Beobachtungen nach dem Leuvener Modell
- Screening nach SISMIK und SELDAK
- Sprachförderung nach dem „Kon-Lab-Programm“
- Jährliche Untersuchung der Aufmerksamkeit und Gedächtnisentwicklung der angehenden Schulkinder nach dem BISC-Modell
- Jährliche Untersuchung der Kinder nach dem BISC-Modell (zur Vorbeugung gegen Lese- und Schreibschwäche in der Schule bei den angehenden Schulkindern
- Tägliche Frühförderung von lese- und rechtschreibschwachen Kindern nach dem „Hören-Lauschen-Lernen“ Lernprogramm (HLL) für angehende Schulkinder
- Sprachheiltherapie
- Sprachförderung durch eine Logopädin
Naturwissenschaft und Technik
Durch unsere gezielte pädagogische Arbeit unter folgenden Aspekten erhalten die Kinder die Möglichkeit Grunderfahrungen zu machen: Raumgestaltung, Materialausstattung, Spielmaterial und Spielanregungen, Projektangebote, Erlebnisse im Außengelände, Waldtage, Experimentieren
Unsere besonderen zusätzlichen Angebote sind:
- „Zahlenland“ ® (Mathematische Frühförderung) In 22 Lerneinheiten erleben unsere Kinder ab 4 Jahren wöchentlich Grundbegriffe wie Zahlen, leichte Rechenaufgaben, geometrische Formen und Muster, Maßeinheiten und anderes. Nähere Informationen finden sie auf folgender Homepage www.zahlenland.info
- Forscherkiste – „Science-Lab“ Zwei Forscherkisten enthalten Materialien zu den Themen Wasser, Luft, Farben, Schall und Elektrizität. Infos zur Forscherkiste vom Hersteller.
Musikalische Früherziehung
Unser Angebot an musikalischer Frühförderung wird von unserem gesamten Team, das hierzu speziell fortgebildet wurde, im Rahmen der täglichen pädagogischen Arbeit durchgeführt. Zusätzlich führt eine Musikpädagogin für unsere 4 bis 6 jährigen Kinder ein wöchentliches Kleingruppenangebot durch. Das Programm ist ganzheitlich gestaltet und beinhaltet Singen, Erzeugen von Instrumentalmusik, Tanzen, Malen und das gemeinsame Erfinden von Klanggeschichten.
Bewegungsförderung
Mit der Gestaltung unserer Räume und des Außengeländes und unseren täglichen Aktivitäten schaffen wir vielseitige Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder und stellen ihnen einen großen Erfahrungsraum zur Verfügung. Der Bildungsbereich "Bewegung" ist nach unserem ganzheitlichen Ansatz auch mit Angeboten in anderen Bildungsbereichen eng verknüpft.
Im Freispiel haben die Kinder die Möglichkeit, aus eigener Motivation heraus Bewegungsspiele aufzunehmen oder auch in eine Phase der Entspannung einzutreten. Sowohl der Gruppenraum als auch verschiedene Nebenräume stehen hierzu flexibel gestaltbar zur Verfügung. Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder gibt es natürlich nicht nur in unserer Einrichtung, sondern auch in den sie umgebenden Stadtteilen und der weiteren Umgebung. Wir halten es für besonders wichtig, auch ihren Familien die Bewegungs- und Sportangebote in Aachen bekannt zu machen. Wir organisieren z.B. regelmäßig Waldwanderungen und besuchen unterschiedliche Spielplätze, wobei die Eltern und Geschwisterkinder immer zur Teilnahme eingeladen sind.
Zur Optimierung unserer pädagogischen Arbeit im Bildungsbereich „Bewegung“ findet in unserer Einrichtung gegenwärtig das Projekt „Tiger-Kids- Kindergarten aktiv“ in Kooperation mit der AOK Rheinland- Hamburg statt.
Gesunde Ernährung
Gesunde, ausgewogene Ernährung ist aus unserer Sicht ein Grundrecht jedes Kindes. Aus diesem Grund wird schon im Betreuungsvertrag zwischen den Eltern und dem Träger festgelegt, dass die Kinder gegen eine geringe Pauschale zum Frühstück und am Nachmittag frisches Obst und Gemüse und ungesüßte Getränke erhalten und ihnen eine Müslibar zur Verfügung steht. Kinder, die auch über Mittag betreut werden, haben die Möglichkeit, ein kindgerecht zubereitetes warmes Mittagessen zu sich zu nehmen.
Kulturelle bzw. religiöse Essgewohnheiten werden berücksichtigt. Wir achten darauf, dass jedes Kind etwas isst, aber kein Kind soll sich zum Essen gezwungen fühlen. Kinderwünsche und die Beurteilung des Essens werden schriftlich festgehalten. Daraufhin wird in Abspräche mit der Küche der monatliche Speiseplan erstellt.
Wir bieten morgens ein vollwertiges Frühstück an. Die Eltern unterstützen uns dabei sowohl finanziell durch einen kleinen Beitrag als auch durch ihre Mithilfe bei der Organisation. Alle 14 Tage findet ein gemeinsames Frühstück in den Gruppen statt. Die Kinder erleben hier Genuss und Esskultur in großer Gemeinschaft.
Betreuung von Kindern unter drei Jahren
Gemäß der zunehmenden notwendigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf und dem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren hält unsere Kita in zwei Gruppen entsprechende Plätze vor. Die Arbeit mit diesen jungen Kindern erfordert die Berücksichtigung ihrer speziellen Bedürfnisse und eine intensive individuelle Zuwendung durch zuverlässige Bezugspersonen.
Die Eingewöhnungszeit hat einen besonderen Stellenwert. Unsere pädagogischen Fachkräfte gestalten den Übergang zwischen Familie und Einrichtung sehr sensibel, begleitet von Unterstützungsangeboten für die Eltern. Durch mehrmalige Hospitation schon vor der Aufnahme ihres Kindes lernen die Eltern die Kita kennen. In der ersten Eingewöhnungszeit ist ein Elternteil anwesend, solange es für das Kind notwendig ist.
Die Gestaltung des Tagesablaufs in unserer Kita, der Mahlzeiten, von Aktions- und Ruhephasen und die pflegerischen Tätigkeiten beziehen stets die individuellen Bedürfnisse der Kinder entsprechend ihrem Alter und Entwicklungsstand ein.
Wir verstehen uns als Entwicklungsbegleiterinnen und -begleiter, die die Kinder ermutigen und unterstützen sich die Welt anzueignen. Hierzu schaffen wir viele Erfahrungsräume, in denen sie lernen können. Neben speziellen Angeboten für Kinder unter drei Jahren kommt dem Freispiel eine wichtige Rolle für ihre Entwicklung zu. Mittels Beobachtung und besonderer Förderung werden sie in ihrem individuellen Entwicklungstempo unterstützt und begleitet.
Konzept Familienzentrum Mittendrin- Sprachförderung
Sprachförderung ist einer der wichtigsten Schwerpunkte des Familienzentrums Mittendrin.
Sprachförderung findet im FZ Mittendrin im Alltag statt. Beim Frühstücken, im Morgenkreis, draußen im Wald.
Das Team hat im Laufe der Jahre am Bewusstsein für einen geschulten sprachlichen Umgang mit den Kindern gearbeitet, der es den Kindern ermöglicht auf natürliche Art und Weise in ihrer Sprachentwicklung unterstützt zu werden.
Hierzu bekommt das Team regelmäßig Unterstützung, Begleitung und Coaching von Fachkräften.
Im 6-Komponenten Modell eingegliedert, steht auch die Sprachentwicklung immer im Zusammenhang mit mehreren Komponenten, die die pädagogischen Fachkräfte bei ihrer Arbeit im Hinblick auf Sprachförderung berücksichtigen.
Seit April 2011 ist die AWO Kita Mittendrin eine „Schwerpunkt Kita“ für Sprache und Integration und somit beteiligt an dem Modellprojekt „frühe Chancen“ des Bundesministeriums für Familie Senioren, Frauen und Jugend. Damit steht der Kita eine zusätzliche Fachkraft zur Verfügung, die ausschließlich Aufgaben zur Sprachförderung übernimmt und mit einer halben Stelle fest im Alltag installiert ist.
Mit diesem Programm wird zusätzlich ein besonderes Augenmerk auf die Sprachförderung gelegt. Dabei finden geschulte Beobachtungen und Dokumentationen der sprachlichen Entwicklung der Kinder statt, die Fachkraft für Sprachförderung steht dem Kita Team für Beratung und Begleitung rund um das Thema Sprachförderung zur Verfügung und arbeitet im Team an einem guten Austausch mit den Eltern bezüglich der Sprachentwicklung ihrer Kinder.
Das Programm „Sprachreich“ ein Ansatz des deutschen Bund für Logopädie, welcher die alltagsintegrierte Sprachförderung in den Fokus setzt, wurde in das Konzept der Einrichtung integriert. Damit wird die sprachpädagogische Arbeit des Teams und dessen Kenntnisse erweitert.
Im FZ Mittendrin arbeitet das pädagogische Personal u.A. nach den Ansätzen „Partizipation“ und „Demokratie leben“ als Schlüsselkompetenz zur Selbstbildung. Und auch zu diesen Themen werden dem Team in regelmäßigen Abständen Fachkräfte zur Seite gestellt, die dabei helfen die Ansätze zu reflektieren und die pädagogischen Fachkräfte zu coachen.
Die Kinder werden nach diesen Ansätzen darin unterstützt ihre persönlichen Themen mit einzubringen, sich bei Entscheidungen oder Aktivitäten zu beteiligen und sie bekommen vermittelt, dass ihr Dasein und ihre Meinung eine unverzichtbare Rolle spielen. Diese Arbeitsansätze in der pädagogischen Arbeit fließen nun auch verstärkt in die alltagsintegrierte Sprachförderung mit ein, die Schwerpunkte des Konzeptes des FZ Mittendrin stehen in einem ständigen Austausch, in einer Wechselwirkung mit und zueinander.
Kinder, die eine intensivere Begleitung ihrer Sprachentwicklung benötigen, werden in einem systematischeren Rahmen regelmäßig und kontinuierlich gefördert. Hierzu gibt es im Schnitt drei kleinere Gruppen, die jeweils durch eine pädagogische Fachkraft betreut werden. Diese spezialisierte Sprachförderung findet ein Mal in der Woche statt und gibt der pädagogischen Fachkraft die Möglichkeit gezielter auf jedes Kind einzugehen und ihre Beobachtungen detailliert zu dokumentieren.
All diese Prozesse werden zu Beginn von der Sprachförderfachkraft eingeführt und begleitet, Ziel ist es aber, das pädagogische Personal so mit den Aufgaben vertraut zu machen, sie so aus und fortzubilden, dass sie sich in ihrer Arbeit professionalisieren und nachhaltig diese Aufgaben im FZ Mittendrin übernehmen können.



